Die Sonnenfinsternis in Waage ist die letzte für eine lange Zeit. Die letzte dieses Zyklus, wo die Mondknoten von Waage zu Widder zeigten, und uns mit unserem „lieb sein“, anderen zu Gefallen sein und uns zu sehr anzupassen konfrontiert haben. Die Finsternisse finden in der Nähe der Mondknotenachse statt, so dass sie die Themen der Mondknoten hervorheben und uns die Möglichkeit geben, neue Wege einzuschlagen.
Der obere Mondknoten in Widder und damit auch die Finsternisse in Widder zeigten in die Richtung „Ich zuerst“. Was will ich, was brauche ich, wie brauche ich es? Etwas zu wagen, vor allem zu wagen, dem eigenen Weg zu folgen. Der untere Mondknoten in Waage und ebenso die Finsternisse in Waage sind die Gelegenheit, uns unserer Verhaltensweisen der Anpassung bewusst zu werden und es gehen zu lassen.
Mit dieser letzten Finsternis in Waage für die nächsten 9 Jahre (bevor die Mondknoten wieder auf der Begegnungsachse landen, das nächste Mal von Widder zu Waage) können wir uns ansehen, was wir im letzten Jahr verändert haben, was wir bereits geschafft haben, was noch übrig bleibt. Was wir noch loslassen oder verändern können. Und uns vor allem auf die Schultern zu klopfen für das, was wir bereits geschafft haben.

Die Sonnenfinsternis astrologisch

Die Finsternis findet auf 10° Waage statt, zu Neumond. Eine enge Konjunktion der Finsternis zu Merkur, sowie ein Quadrat zu Mars bringt Spannung zwischen unserem Wollen und nochmals unserer Anpassung. Zudem ist Mars der Herrscher des oberen Mondknotens.
Mars agiert lieber und ist tendenziell ungeduldig, so dass Dinge, die du bisher um des lieben Friedens willen akzeptiert hast (Finsternis in Waage, Merkur in Waage), jetzt auf den Tischen kommen oder sogar überkochen können.
Mars handelt sozusagen für den oberen Mondknoten, denn jeder Vorsatz, nicht mehr so harmoniesüchtig zu sein (die Waageseite), muss in der Realität, in die Handlung, umgesetzt werden.
Er steht im Krebs und setzt sich für das ein, was uns am Herzen liegt, und agiert aus dem Gefühl heraus. Im Quadrat zur Finsternis treibt er uns an, unserem Herzen zu folgen, etwas zu tun, ungeduldig zu sein und Risiken einzugehen, anstatt uns um der lieben Harmonie willen anzupassen. Im engen Quadrat zu Merkur feuert er ebenso unsere Kommunikation an, so dass wir vielleicht ehrlicher aussprechen, was wir denken als sonst.
Diese letzte Finsternis in Waage steht also dafür, endlich die Konsequenzen zu ziehen, für das einzutreten, was du wirklich willst und der Harmonie ein Ende zu setzen. Auch, wenn du vielleicht überschießend reagieren magst.
Oder: wenn du endlich handelst, agierst statt reagierst, denn abzuwarten und die beliebten Entscheidungsschwierigkeiten gehören ebenso zur Waage.

Dabei wird Mars von Saturn (Disziplin, Planung und Grenzen) und Venus (was liebst du?) mit einem großen Wassertrigon unterstützt, die es leichter machen. Das Gefühl, dass sich Türen auftun und etwas ins Fließen kommt, kann dabei entstehen.
Zeit für Rückblick und Resümee
Ich habe in den letzten beiden Wochen oft das Gefühl, genau jetzt etwas angehen und erledigen zu müssen. Jetzt, vor dem Winter, vor ich weiß nicht genau was. Ich habe von einer Bekannten gehört, die zur Zeit viel auf Reisen ist „Das kann ich alles verarbeiten, wenn ich ab November wieder zu Hause bin“. Mein Kalender platzt gerade aus allen Nähten. Dieses Gefühl, das muss jetzt geschehen und nicht später zeigt sich für mich auf allen Ebenen.
Das hat damit zu tun, dass wir einerseits die Thematik der Mondknoten abschließen, die letzte Finsternis in Waage ist am 02. Oktober, und die letzte Finsternis dieser Reihe im Widder findet am 29. März 2025 statt. Andererseits kündigen sich Richtungswechsel von Mars, Jupiter und Pluto an. Nach der sehr nach außen und nach vorne gerichteten Energie des Sommers (Stichwort Jupiter Uranus Konjunktion) geht es jetzt wieder nach innen. Nicht nur wegen Herbst und Winter, den kürzer werdenden Tagen, sondern auch wegen der kommenden Rückläufigkeiten.

Stationäre Planeten vor dem Richtungswechsel
Zugegeben, es ist noch etwas hin. Mars wird ab dem 7. Dezember rückläufig und bewegt sich bereits ab dem 02. Oktober im Schattenbereich, das heißt, er läuft über die Tierkreisgrade, die er während seiner Rückläufigkeit nochmals berühren wird. Die Logik einer Rückläufigkeit habe ich am Beispiel des rückläufigen Merkur beschrieben, die Phasen sind dieselben beim rückläufigen Mars. Etwas weiter nach unten scrollen im Artikel.
Mars wird in den Löwen wandern und dann wieder zurück in den Krebs. Hier sind wir also nach unserer Motivation gefragt, nach unseren Gefühlen. Doch dazu später und ausführlich mehr. Jedenfalls bedeutet ein rückläufiger Mars eine Verlangsamung unseres Handelns und meistens auch der Verlangsamung aller möglicher Prozesse und Dinge im Außen. Und das über ungefähr drei Monate. Ich mag gar nicht an die schon jetzt katastrophale Situation im Berliner Nahverkehr denken. Das heißt, diese Rückläufigkeit liegt bereits jetzt in der Luft.
Und da Mars den oberen Mondknoten in Widder regiert, geht es bei seiner Rückläufigkeit auch darum, genau hinzusehen, ob das, was du für dich begonnen hast, für dich stimmig ist, wie du es noch besser umsetzen und in deinen Alltag einbringen kannst. Denn nach dem Finden der Lösung ist die Integration die wichtigste Phase.
Jupiter und Pluto stationär
Zudem sind zwei der wichtigsten Akteure des Jahres, Jupiter und Pluto, stationär.
Jupiter steht kurz vor seiner Rückläufigkeit am 09. Oktober (und immer noch in weitem Quadrat zu Saturn), die bis zum 4. Februar dauert. Wir können in dieser Zeit in uns gehen und unsere Träume, Vorstellungen und vielleicht sogar Visionen überprüfen und verfeinern. Fühlen sie sich für dich wirklich stimmig an? Oder bist du zu weit vom Weg abgekommen? Das weite Quadrat zu Saturn lässt die Frage nach der Umsetzung und Machbarkeit nie weit entfernt sein. Und auch Saturn ist noch bis Mitte November rückläufig, also auch hier eher Überarbeitung denn neue Planungen im außen.
Pluto wird am 12. Oktober vorläufig und drückt langsam mit seinen Themen immer mehr. Er ist auf dem letzten Grad des Steinbocks und geht am 19. November endgültig in den Wassermann. Alle, die mitten in Pluto Transiten stecken, werden eine Intensivierung der Themen spüren. Das betrifft die Menschen mit Planeten oder Achsen auf den letzten Graden der beginnenden oder den ersten der fixen/ festen Zeichen. Die verlinkten Artikel gehen ausführlich auf diese Pluto Themen ein.
Pluto und Jupiter sind eher die Hintergrundmusik, während Mars unser Handeln und unsere Durchsetzung betrifft.
Plane für eine nach innen gerichtete Zeit
Stelle dich auf diese Bewegungen ein, plane so, dass du dich ab Anfang Dezember wirklich auf dich konzentrieren kannst. Dass du weniger im außen tun musst, als vielmehr Raum für eigene Impulse hast.

Wie willst du handeln, dich durchsetzen, Grenzen ziehen, was brauchst du für dich? Was schließt du mit dieser letzten Finsternis in Waage ab? Was lässt du hinter dir? Und was soll Neues entstehen, wie sieht deine Vorstellung aus (Jupiter rückläufig), und wie muss diese Vorstellung an die Realität angepasst werden (Jupiter Saturn Quadrat und Saturn vorläufig ab 15. November)?
Vor allem stelle dich auf Ungeduld, Frustration und Ärger ein, die mit dem Überarbeiten und dem rückläufigen Mars einhergehen können. Versuche, einen Weg zu finden, dich mit der Wiedervorlage alter Dinge zu arrangieren. Oder eine Tätigkeit, um den Ärger abzubauen. Holzhacken zum Beispiel, im Wald laufen gehen oder tanzen.



